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UnverzĂŒgliche Selbstnutzung eines geerbten Familienheims

Nur im Ausnahmefall wird die Erbschaftsteuerbefreiung fĂŒr ein Familienheim gewĂ€hrt, wenn bis zum Beginn der Selbstnutzung durch den Erben mehr als sechs Monate verstrichen sind.

Ehepartner und Kinder mĂŒssen auf eine Immobilie keine Erbschaftsteuer zahlen, wenn die Immobilie sowohl vom Erblasser als auch vom Erben selbst genutzt wird. Voraussetzung ist aber, dass der Erbe die Selbstnutzung unverzĂŒglich nach dem Erbfall beginnt. Die FinanzĂ€mter verweigern die Steuerbefreiung daher gerne, wenn aus ihrer Sicht die Selbstnutzung durch den Erben zu spĂ€t erfolgte.

Der Bundesfinanzhof hat nun entschieden, dass "unverzĂŒglich" im Sinne des Gesetzes eine Selbstnutzung ohne schuldhaftes Zögern meint, also innerhalb einer angemessenen Zeit nach dem Erbfall. FĂŒr angemessen hĂ€lt der Bundesfinanzhof einen Zeitraum von sechs Monaten. Bei einem lĂ€ngeren Zeitraum muss der Erbe erklĂ€ren und glaubhaft machen, wann er sich zur Selbstnutzung entschlossen hat, aus welchen GrĂŒnden ein Einzug nicht frĂŒher möglich war und warum er diese GrĂŒnde nicht zu vertreten hat. UmstĂ€nde im Einflussbereich des Erben, beispielsweise eine Renovierung, sind nur unter besonderen Voraussetzungen nicht als schuldhaftes Zögern anzusehen.