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ÜberbrĂŒckungshilfe als ErgĂ€nzung der Soforthilfe

Besonders von der Corona-Krise betroffene Unternehmen erhalten nach dem Auslaufen der Soforthilfe eine weitere ÜberbrĂŒckungshilfe zur Sicherung der betrieblichen Existenz.

WĂ€hrend viele Betriebe ihre TĂ€tigkeit auch wĂ€hrend der Corona-Krise mehr oder weniger erfolgreich fortfĂŒhren konnten, haben die Maßnahmen zur BekĂ€mpfung der Corona-Pandemie einige Branchen besonders stark getroffen. Von MĂ€rz bis Mai hat der Bund deshalb allen betroffenen Unternehmen und Solo-SelbststĂ€ndigen eine unbĂŒrokratische Soforthilfe gewĂ€hrt. Damit alle Betroffenen, deren GeschĂ€ftsbetrieb durch die Corona-Krise immer noch eingeschrĂ€nkt ist, weiterhin finanzielle UnterstĂŒtzung erhalten, hat die Bundesregierung nun eine ÜberbrĂŒckungshilfe fĂŒr die Monate Juni bis August als Fortsetzung der Soforthilfe beschlossen.

Antragsberechtigt fĂŒr die ÜberbrĂŒckungshilfe sind Unternehmen, gemeinnĂŒtzige Organisationen und Solo-SelbststĂ€ndige aus allen Wirtschaftsbereichen, soweit sie sich nicht fĂŒr den Wirtschaftsstabilisierungsfonds qualifizieren und ihre GeschĂ€ftstĂ€tigkeit aufgrund der Corona-Krise vollstĂ€ndig oder in wesentlichen Teilen einstellen mussten. Diese zweite Voraussetzung gilt dann als erfĂŒllt, wenn der Umsatz im April und Mai 2020 zusammengenommen um mindestens 60 % gegenĂŒber April und Mai 2019 eingebrochen ist. Bei Unternehmen, die nach April 2019 gegrĂŒndet worden sind, sind stattdessen November und Dezember 2019 zum Vergleich heranzuziehen.

Wie die Soforthilfe ist auch die ÜberbrĂŒckungshilfe zur Deckung nicht einseitig verĂ€nderbarer Fixkosten im Förderzeitraum bestimmt. Das umfasst folgende laufende Ausgaben:

Mit Ausnahme der letzten drei Punkte mĂŒssen die Fixkosten vor dem 1. MĂ€rz 2020 begrĂŒndet worden sein und dĂŒrfen nicht an verbundene Unternehmen oder an Unternehmen gehen, die denselben Inhaber haben oder von derselben Person beherrscht werden. Sind die Voraussetzungen erfĂŒllt, dann kann der Antrag bis zum 31. August 2020 gestellt werden.

Wie hoch die ÜberbrĂŒckungshilfe ausfĂ€llt, hĂ€ngt sowohl von der GrĂ¶ĂŸe des Unternehmens als auch von der Höhe des Umsatzeinbruchs ab. Bei mehr als 70 % Umsatzeinbruch im jeweiligen Fördermonat gegenĂŒber dem Vorjahresmonat werden 80 % der Fixkosten erstattet, bei 50 % bis 70 % Umsatzeinbruch betrĂ€gt die Erstattung 50 % und bei einem Umsatzeinbruch von mindestens 40 % ist auch die Erstattung auf 40 % beschrĂ€nkt. Liegt der Umsatz im Fördermonat bei wenigstens 60 % des korrespondierenden Vorjahresmonats, entfĂ€llt die ÜberbrĂŒckungshilfe anteilig fĂŒr diesen Fördermonat. Wie die Soforthilfe ist auch die ÜberbrĂŒckungshilfe als Betriebseinnahme zu erfassen und damit steuerpflichtig.

Neben diesen umsatzabhĂ€ngigen Grenzen ist die Förderung aber auch auf einen Maximalbetrag beschrĂ€nkt, der sich an der Soforthilfe orientiert: Bei bis zu fĂŒnf VollzeitbeschĂ€ftigten werden maximal 9.000 Euro fĂŒr drei Monate gewĂ€hrt, bei bis zu zehn BeschĂ€ftigten 15.000 Euro, darĂŒber bis zu 150.000 Euro. Die beiden von der BeschĂ€ftigtenzahl abhĂ€ngigen MaximalbetrĂ€ge können nur in begrĂŒndeten AusnahmefĂ€llen ĂŒberschritten werden. Ein solcher Ausnahmenfall liegt vor, wenn die ÜberbrĂŒckungshilfe auf Basis der erstattungsfĂ€higen Fixkosten mindestens doppelt so hoch wĂ€re wie der maximale Erstattungsbetrag.

Im Gegensatz zur Soforthilfe muss die ÜberbrĂŒckungshilfe zwingend vom Steuerberater oder WirtschaftsprĂŒfer stellvertretend fĂŒr den Betrieb beantragt werden. Der Steuerberater muss nĂ€mlich nicht nur im Vorfeld den Umsatzausfall und die Höhe der dem Antrag zugrunde gelegten Fixkosten bestĂ€tigen, sondern spĂ€ter auch die tatsĂ€chliche Umsatz- und Fixkostenentwicklung in den Fördermonaten als unabhĂ€ngige Instanz bestĂ€tigen. Ergeben sich im Nachhinein Abweichungen von der Umsatz- und Kostenprognose, dann sind bereits ausgezahlte ZuschĂŒsse teilweise zurĂŒckzuzahlen oder werden nachtrĂ€glich aufgestockt.